Josef-Durler-Schule Rastatt

Kooperationsvertrag...
... der Daimler AG Mercedes-Benz, Werk Gaggenau, sowie die Josef-Durler-Schule Rastatt und die Carl-Benz-Schule Gaggenau [vgl. Badisches Tagblatt vom 26.10.2010]
Rastatt (wla) – Im Rahmen einer Feierstunde unterzeichneten die Daimler AG Mercedes-Benz, Werk Gaggenau, sowie die Josef-Durler-Schule Rastatt und die Carl-Benz-Schule Gaggenau am Donnerstag einen Kooperationsvertrag. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt in der Josef-Durler-Schule von Tim Buchholz (12) aus Kuppenheim an der Trompete.

Vor zwei Jahren startete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe die Kampagne "Wirtschaft macht Schule" mit dem Ziel, den Austausch zwischen Unternehmen der Region und den hiesigen Bildungseinrichtungen zu verbessern. Langfristig gesehen soll jede Schule von einer oder mehreren Firmen als Partner begleitet werden.

"Bildungspartnerschaften haben wir inzwischen schon über 500 unterzeichnet", informierte IHK-Bereichsleiter Alfons Moritz die Festgäste. Doch diese stelle insofern etwas besonderes dar, als erstmals zwei Berufsschulen und ein Wirtschaftsunternehmen eine solche Kooperation mit ihrer Unterschrift besiegelten. Im Hinblick auf die Qualität solcher Zusammenschlüsse verwies Moritz darauf, dass der Vertragsabschluss lediglich der erste Schritt sei. Die Zertifizierung der Kooperation als zweiter Schritt erfolge anhand eines Kriterienkatalogs, der von einem Qualitätsbeirat ausgearbeitet und überwacht werde.

"Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur einen einzigen ausbildungswilligen Jugendlichen zu verlieren", ging Gerwin Kohlbecker, Ausbildungsleiter im Daimler-Werk Gaggenau, in seiner Ansprache auf den Mangel an ausbildungsfähigen Jugendlichen ein, der Resultat des demographischen Wandels sei. Er zeigte das Engagement des Unternehmens anhand einiger Beispiele auf. So könne man allein in Gaggenau auf 102 Ausbildungsplätze in diesem Jahr verweisen und ermögliche alljährlich rund 200 Praktika. "Bis zum Ende der Kampagne werden wir zwischen 16 und 20 Kooperationsverträge abgeschlossen haben", mutmaßte er.

Von einer "win-win-Aktion" sprach Landrat Jürgen Bäuerle. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels seien die Unternehmen darauf angewiesen, frühzeitig qualifizierte Jugendliche zu werben. Diese wiederum erhielten die Chance, sich beispielsweise durch Praktika einen ersten Eindruck von Firmen zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen. "Bestandteil des Projekts muss es auch sein, junge Frauen für technische Berufe zu begeistern", betonte Bäuerle. Nicht vernachlässigen dürfe man aber auch Jugendliche mit Migrationshintergrund oder einem Handicap.

"Die beruflichen Schulen sind natürgemäß enge Partner der Wirtschaft", resümierte Schulleiter Gerold Wendelgaß und sah in der Kampagne "Wirtschaft macht Schule" ein Erfolgsmodell. Durch die Kooperation erhielten die Schüler die Möglichkeit, an Bewerbertrainings teilzunehmen und sich auf Einstellungstests vorzubereiten. Lehrkräfte könnten optimal vor Ort Erkundigungen einholen, während die Betriebe sich auch an der Information der Eltern beteiligten.

"Einen Vertrag unterzeichnen können wir Schulleiter gut, aber die Inhalte umsetzen müssen die Lehrer und die Schüler", schloss der Schulleiter der Carl-Benz-Schule, Volker Bachura, die Rednerliste mit einem Schmunzeln, bevor es in heiterer Runde an die Vertragsunterzeichnung ging.

Text und Foto: Walburga Langen-Droll

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