Soziales
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Sozialtag 2009

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die Josef-Durler-Schule Rastatt (JDSR) einen Sozial- und Dritte-Welt-Tag

 

Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Josef-Durler-Schule Rastatt überreichen dem Vorsitzenden des Eine-Welt-Vereins Keniahilfe aus Bühl, Hans-Jörg Willig, einen Scheck über 350 Euro.

Rastatt (wla) ? Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die Josef-Durler-Schule Rastatt (JDSR) vor den Weihnachtsferien einen Sozial- und Dritte-Welt-Tag. Ziel ist es, bei den Jugendlichen das Interesse an sozialem Engagement zu wecken und aufzuzeigen, wo und wie sie konkret helfen können. Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Technischen Gymnasiums (TG) überreichten Hans-Jörg Willig vom „Eine-Welt-Verein Keniahilfe“ aus Bühl einen Scheck über 350 Euro.

Da das bisherige Sozialprojekt der JDSR „Vom Gewehr zur Nähmaschine“ in diesem Frühjahr auslief, waren die Schüler im Dezember vergangenen Jahres aufgefordert, im Anschluss an den Informationstag ein neues Sozialprojekt auszuwählen. Mit knapper Mehrheit votierten sie für den Bühler Keniahilfe-Verein, den Hans-Jörg Willig vor 30 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Beim Verkauf von selbstgebackenem Kuchen, Waffeln und Würstchen erwirtschafteten die Schüler 350 Euro, die sie Willig in Form eines Schecks beim diesjährigen „Sozial- und Dritte-Welt-Tag“ überreichten. „Das Geld werden wir in die Hildegard-Helmer-School investieren, die dringend um zwei Klassenzimmer erweitert werden muss“, informierte Willig die Schüler erfreut.

Der Verein engagiert sich in North Horr/Kenia bei der Schul- und Berufsausbildung, der medizinischen Versorgung und der Hungerhilfe. Willig stellte in Aussicht, dass einer der in Kenia arbeitenden Priester beim nächsten Heimaturlaub die Josef-Durler-Schule aufsuchen und von der Projekthilfe berichten könne.

Bei weiteren Vorträgen im Rahmen des Informationstages konnten sich die Jungen und Mädchen des TG über Einsatzmöglichkeiten bei Workcamps und beim Bauorden und über das freiwillige soziale Jahr informieren.

Sobika Nagenthiran, selbst Schülerin der Josef-Durler-Schule, berichtete über ihr Heimatland Sri Lanka, in dem nach 26 Jahren Bürgerkrieg vielerorts immer noch bittere Armut herrsche.

Stefanie Jordan, Kinderkrankenschwester aus Achern, zeigte Dias von ihrem Aufenthalt in Malawi/Afrika, wo sie zwei Jahre in einem Waisenhaus arbeitete.

Text und Foto: Langen-Droll

 

Sozial- und Dritte-Welt-Tag 2009

 

Foto: Schulleiter Gerold Wendelgaß, Hans-Jörg Willig und Schüler der TGG-EK der Josef-Durler-Schule (von links)

Rastatt (wla) – Einen Scheck über 863 Euro überreichten Schüler der Klasse TGG-EK des Technischen Gymnasiums an der Josef-Durler-Schule dem Vorsitzenden des „Eine-Welt-Vereins Keniahilfe“, Hans-Jörg Willig, aus Bühl.

Mit dem Verkauf von Kaffee und selbstgebackenem Kuchen hatten die Schüler beim Tag der offenen Tür einen Großteil des Geldes erwirtschaftet. „Eure Spende soll vor allem der Irene-Training-School in Maralal, einer Berufsschule für Mädchen, zugutekommen“, informierte Willig die Mädchen und Jungen.

Die Schule unterstützt bereits im zweiten Jahr den Verein im Rahmen ihres Sozialprojekts. Er engagiert sich in Kenia bei der Schul- und Berufsausbildung, der medizinischen Versorgung und der Hungerhilfe. Willig stellte in Aussicht, dass einer der in Kenia arbeitenden Priester beim nächsten Heimaturlaub die Josef-Durler-Schule aufsuchen und von der Projekthilfe berichten könne.

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Text und Foto: Langen-Droll

 

Sozialprojekt – Keniahilfe

Geschichte und Projekte des Eine-Welt-Vereins Keniahilfe aus Bühl

Der Eine-Welt-Verein Keniahilfe aus Bühl wurde 2003 von Hansjörg Willig gegründet und umfasst derzeit rund 70 Mitglieder. Ihm zugrunde liegt jedoch die Keniahilfe, die sich in den siebziger Jahren aus der Unterstützung der beiden Missionsstationen „South-Horr“ und „North-Horr“ entwickelte und sich nunmehr auf ganz Nordkenia ausstreckt.

Wie auf der Homepage des Eine-Welt-Vereins Keniahilfe nachzulesen, gab ein Forschungsprojekt der Universitäten Karlsruhe und Saarbrücken für Hansjörg Willig den Anstoß sich in Kenia zu engagieren. Ziel des Projekts von Geographen, Biologen und Medizinern der beiden Universitäten war die Erforschung eines kleinen Stammes in Afrika, der Elmolo. Sie leben im südöstlichen Teil Nordkenias, am Ufer des Turkanasees (früher Rudolfsee).

Auf den Fahrten der Expeditionsteilnehmer zwischen 1975 und 1979 in den Norden Kenias, heißt es weiter, sei es immer wieder zu Kontakten des Karlsruher Professors Dr. Georg Kenntner und seiner Mitarbeiter mit den einzigen Vorboten der Zivilisation in diesem Gebiet gekommen: mit den Fathers und Sisters des italienischen Consolata-Ordens.

Beeindruckt von der Missionsarbeit habe Willig damals den Entschluss gefasst, nach Beendigung des Forschungsprojektes private Hilfe zu leisten. Ähnlich erging es auch Edeltraud Ludwig aus Landau, die Willig bei dem Forschungsprojekt kennen lernte. Bis heute arbeiten Edeltraud Ludwig und Hansjörg Willig mit gleicher Zielsetzung zusammen. Bei Edeltraud Ludwig, die an der Maria Ward Schule in Landau tätig ist, sind Patenschaften überwiegend der Schwerpunkt der Hilfe neben notwendiger Unterstützung im Projektbereich, bei der Bühler Keniahilfe stehen unterschiedlichste Projekte im Bildungsbereich im Zentrum der Hilfe und parallel dazu auch zahlreiche Patenschaften an den Secondary-Schools in Nordkenia. Ein aktueller Hilfsschwerpunkt ist für Ludwig und Willig eine verstärkte Unterstützung von Mädchen, die in der Nomadentradition nur eine geringe Wertigkeit haben.

Die erste wichtige Säule der Keniahilfe sei von Anfang an die Bildung gewesen, führt Willig aus. „Als wir in den siebziger Jahren nach Kenia kamen, gab es rund 80 Prozent Analphabeten“. Im günstigsten Fall besuchte der erstgeborene Sohn einer Nomadenfamilie eine nahe gelegene Missionsschule, war also das erste Familienmitglied, das lesen und schreiben lernte. Parallel dazu lief jedoch auch die Hilfe im medizinischen Bereich an: Impfungen, der Kauf von Röntgen- und anderen medizinischen Geräten für Intensivmedizin sowie allgemeine Unterstützung für eine fachgerechte medizinische Betreuung im Wamba-Hospital und an den Krankenstationen der Missionen.

Bei der Projekthilfe stehen, so Willig, der Bau, die Ausstattung und in der Folge dann auch die Instandhaltung von Kindergärten und Schulen im Vordergrund.

Mehrere Schulen werden von der Keniahilfe Bühl unterstützt. So gibt es in der katholischen Missionsstation North Horr, die in der Diözese Marsabit in der Chalbiwüste mitten im Stammesgebiet der Gabbra-Nomaden liegt, die „North Horr Primary-School“, die „Hildegard Helmer Primary-School“ und die „North Horr Secondary-School“.

„North Horr war schon immer eine typische Mission mit einer Krankenstation, einer Schule und einer Kirche“, erzählt Hans-Jörg Willig. „Es war praktisch bis heute, also mehr als vierzig Jahre lang, eine deutsche Enklave der Diözese Augsburg“, schmunzelt er. Zunächst waren die beiden Augsburger Priester Richard und Franz-Xaver Tyroller dort tätig, ebenso wie die deutsche Lehrerin Hildegard Helmer. Sie arbeitete seit der Gründung der Mission 1965 in North Horr. Bei seiner Keniareise 2005 traf Willig sie sowie drei deutsche Priester, die die Nachfolge der Priesterbrüder Tyroller in der Mission antraten.

Nur einige Wochen nach Willigs Besuch verstarb Hildegard Helmer. Die 2007 neu errichtete Mädchenschule erhielt ihren Namen. „In North Horr haben wir bislang in den Ausbau der Bibliothek der Secondary School investiert, auf dem Schuldach Solarpanels angebracht, mit finanzieller Unterstützung der Stadt Bühl eine Maismühle gebaut und die Kooperative der Gabbranomaden beim Kauf eines gebrauchten Versorgungsfahrzeuges unterstützt“, erzählt Willig. Doch noch immer gebe es dort viel zu tun. So müsse die „North Horr Primary-School“ renoviert werden, während die „Helmer-School“ bereits aus allen Nähten platze. Derzeit besuchten 170 Mädchen die Schule. Neben dem Bau von zwei weiteren Klassenzimmern müsse auch dringend ein Schlafsaal errichtet werden, da viele Mädchen aus weit entfernten Dörfern stammten.

Weitere aktuelle Projekte, die dringend finanzieller Unterstützung bedürfen, gibt es nach Angaben Willigs eine ganze Reihe. Da ist zunächst das Wamba-Hospital, das, so Willig, „einzige zentrale Krankenhaus Nordkenias, das gut funktioniert – mit 250 Betten und manchmal bis zu 300 ambulanten Patienten pro Tag“. Das Wamba Hospital – auch bekannt durch die Verfilmung von Corinne Hofmanns Bestseller „Die Weiße Massai“, in dem sie ihre Tochter Napirai entbunden hatte und in dem sie mehrfach schwer erkrankt Hilfe fand – wurde von Willigs Freund Dr. Silvio Prandoni 1965 gegründet. Willig: „Es ist sein Lebenswerk.“ Die Keniahilfe unterstützt zum einen das Hospital, beispielsweise mit Geld für die Anschaffung medizinischer Geräte, aber auch die direkt neben dem Hospital liegende „St. Theresa`s Secondary School“, in der in der Vergangenheit mehr als die Hälfte der Schülerinnen über die Keniahilfe (Bühl und Landau) gesponsert wurden. Viele der Mädchen konnten im Anschluss an die Schule an der dem Wamba-Hospital angegliederten „Nurses-School“ eine qualifizierte medizinische Ausbildung absolvieren.

Des Weiteren müsse die Wasserversorgung in Baragoi durch den Bau von Zisternen ausgebaut und die Irene-Training-School in Maralal (Hauptstadt des Samburu-Distrikts), einer von nur zwei Berufsschulen für Mädchen in ganz Kenia, erweitert und besser ausgestattet werden. Sehr am Herzen liegt Hansjörg Willig und seinen Mitstreitern aber auch die Übernahme von Patenschaften in Baragoi und Ngilai. „Die Patenschaften beinhalten Essen, Schulgeld, Schuluniform, Lernmittel, Prüfungsgebühren und belaufen sich auf 250 Euro pro Jahr für ein Kind, das sich nach erfolgreichem Abschluss der Primary-School (guter bis sehr guter Abschluss) für den Besuch einer Secondary-School qualifiziert“, wirbt Willig.

Auch die South Horr Primary-School wurde in der Vergangenheit und wird in der Gegenwart durch die Keniahilfe unterstützt. Sieht das Regierungsprogramm zwar inzwischen einen schulgeldfreien Besuch der Primary-School vor, so scheitert der Besuch einer weiterführenden Schule immer am Schulgeld, das in der Regel von den Nomadenfamilien nicht aufgebracht werden kann. Hier ist die Keniahilfe weiterhin gefordert!

Text: Langen-Droll

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