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Alle reden von Schulschließung – wir nicht!

Schulen sind Orte des Miteinanders, des Zusammentreffens ganz verschiedener Menschen, verschiedener Generationen, Interessen, Wünsche, Ideen und Wissenskulturen. Sie leben vom Austausch, vom Pausengespräch, auch vom Zwiegespräch mit dem Banknachbarn oder der -nachbarin in der Stunde. Und jetzt das: geschlossene Schultore, leere Schulhöfe, verwaiste Klassenzimmer, keine Kaffeetassen auf dem Tisch im Konferenzlehrerzimmer.

Die Josef-Durler-Schule ist dennoch lebendig, lässt ihre Schülerinnen und Schüler nicht allein, und die Kolleginnen und Kollegen kämpfen sich nicht einsam durch die Vielfalt der Lern-Apps und Videoplattformen. Fernlernen an der Josef-Durler-Schule bedeutet: Die Schülerinnen und Schüler treffen sich zur 1. Stunde um 7:50 zu Video-Meetings, in denen Stoff aufbereitet, Aufgaben geklärt und einfach auch das Miteinander hergestellt wird. Gelegentlich greift der ein oder andere auch einmal zum Telefonhörer, um zu erfahren, warum von der Seite einer Schülerin, eines Schülers keine Rückmeldung bei diesen Web-Konferenzen kommt. Keineswegs verlagern alle Lehrkräfte ihren Unterricht in virtuelle Unterrichtssitzungen. Es gibt auch Erklär-Videos, Arbeitsblätter und Links zu guten Lernmaterialien im Netz und vor allem Aufträge, in denen Schülerinnen und Schüler Aufgaben erhalten, in denen sie das Gelernte üben oder auch zeigen können, wie gut sie das selbstorganisierte Lernen beherrschen. 

Immer wieder sind die Lehrkräfte dabei auch von inhaltlich und technisch exzellenten Erklärvideos aus Schülerhand begeistert. Grundlage dieser effizienten und schüleraktivierenden Form des Fernlernens an der Josef-Durler-Schule ist das Lernmanagement-System itslearning, für das sich die Schule schon vor einigen Jahren entschieden hat. Durch die pandemiebedingten Schließungen ist es jetzt ein von allen Kolleginnen und Kollegen viel genutztes Instrument, um die Schülerinnen und Schüler zu erreichen, um auch aus der Ferne eine Kultur des Miteinanders zu pflegen. Und die Lehrerinnen und Lehrer? Sie helfen sich gegenseitig im Gruppenchat des Lernmanagement-Systems in technischen Fragen, treffen sich zu virtuellen Kaffeepausen via Video und sind für ihre Schülerinnen und Schüler immer schnell erreichbar. Auch die Elternarbeit wird in diesem Jahr per Telefon oder Videolink gestaltet – der Elternsprechabend im März wird so mit Abstand, aber Einsatz möglich gemacht.

Das Kollegium der Schule ist sich bewusst, dass Fernunterricht den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann, Online-Unterricht funktioniert nicht in allen Klassen und Schularten gleich gut. Dennoch wolle man viele gute Lösungen mit in den Unterricht nach der Pandemie nehmen, meint Schulleiter Sven Teichmann: „Was aktuell als machbar und gewinnbringend angesehen wird, muss Eingang in unseren schulischen Alltag finden.“ Die Voraussetzungen dafür stimmen: Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Schulträger und Schule und der Ausschöpfung verschiedenster Fördertöpfe des Bundes und des Landes sind aktuell an der Josef-Durler-Schule 25 Klassen – u.a. alle Kurse des Technischen Gymnasiums – in Klassenstärke mit Tablets oder Notebooks versorgt.  „Ohne Zweifel erleichtert eine Ausstattung der gesamten Klasse mit Endgeräten die Arbeit im Fernlernunterricht“, stellt der Schulleiter fest.