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Polizistin rät: Gegen „hate speech“ sollte man sich wehren

„Zivilcourage im Netz – Hate Speech“ lautete das Thema einer Präventionsveranstaltung, die Jana Kehret, Sozialarbeiterin der Josef-Durler-Schule, für die Schülerinnen und Schüler der einjährigen Berufsfachschule Holz organisiert hatte. Als Referentin eingeladen war Polizeiobermeisterin Tanja Schmidt vom Polizeipräsidium Offenburg.

Zunächst informierte die Polizistin die Jugendlichen allgemein über die Themen Meinungsfreiheit, Persönlichkeits- und Urheberrechte und erläuterte, dass man in geschützten Räumen Bilder von anderen nur mit deren Einverständnis machen und verbreiten dürfe. Ausnahmen bestünden bei Personen des Zeitgeschehens und bei Teilnehmern von Großveranstaltungen.

Zur Veranschaulichung des Begriffs „Hate Speech“ nannte die Referentin den Jungen und Mädchen verschiedene Begriffe und bat sie zu entscheiden, welche davon sie als persönliche Beleidigung empfinden würden: Wer sich beleidigt fühlte, sollte aufstehen. „Depp“ beispielsweise wurde von den Schülern als weniger beleidigend empfunden als „Hurensohn“. Sie waren der Meinung, dass es durchaus auch eine Rolle spiele, in welchem Tonfall man ein Wort sage und ob ein Freund oder eine fremde Person es äußere.

Tanja Schmidt erläuterte anhand von Beispielen die verschiedenen Abstufungen von Meinungsfreiheit, Verletzungsgefahr durch Sprache und Hate Speech. Die Jugendlichen gaben an, welche Worte sie auf der einen Seite für kritisch, aggressiv oder völlig inakzeptabel  hielten und welche sie andererseits noch akzeptieren würden. Die Polizistin informierte die Schüler, welche Aussagen angezeigt werden können und informierte über das Strafmaß.

Werde man tatsächlich mit Hate Speech konfrontiert, so ihr Rat, solle man die Datei sofort löschen (Chatverlauf, Galerie, Festplatte, Cloud), einer Zusendung widersprechen, einen Screenshot vom Widerspruch erstellen, ggf. die Gruppe verlassen und den Vorfall der Polizei melden.

Foto: Jana Kehret